Stell dir vor, deine Zukunft wird wundervoll und du bist schuld!

Es ist lange her, dass die Zukunft des gesellschaftlichen Lebens so ungewiss war, wie aktuell. Zumindest meine Generation ist damit aufgewachsen, Pläne zu schmieden und diese zeitnah umzusetzen. Beschränkungen oder gar Einschränkungen gab es kaum. Gefühlt lag uns die Welt zu Füßen, alles war möglich, kein Land unerreichbar, kein Traum unerfüllbar. Das hat sich in diesem Jahr komplett verändert.

Aktuell erlebe ich viele Menschen als sehr verunsichert - sowohl die Gegenwart, aber insbesondere die Zukunft betreffend. Es herrscht Vorsicht beim Pläne schmieden, kaum einer legt sich fest, alle sind verunsichert, was machbar und möglich ist und was nicht. 

Eins ist sicher - und das war es im Übrigen bereits im März diesen Jahres: Die C-Pandemie wird die Welt und damit die Gesellschaft verändern. Und diese Veränderungen werden sich in irgendeiner Form auf jeden Einzelnen von uns auswirken. Diese Aussage möchte ich völlig neutral verstanden wissen, denn Veränderung muss nicht schlecht oder gut sein, sondern kann durchaus Vor- und Nachteile zugleich haben!

Da ich ein großer Fan davon bin, die Fäden des eigenen Lebens selbst in der Hand zu haben und nicht abzuwarten, was wohl in vier Wochen, drei Monaten oder fünf Jahren passieren wird, halte ich es für notwendiger denn je, sich seine eigene Zukunft ganz genau vorzustellen und aktiv darauf hinzuarbeiten. In jeder Krise liegt eine Chance. Das sollten wir uns so oft es geht bewusst machen, um optimistisch in die Zukunft zu blicken!

 

Das Frankfurter Zukunftsinstitut hat sich unter dem Arbeitstitel "Der Corona-Effekt" damit beschäftigt, wie sich die Gesellschaft wohl in Zukunft entwickeln könnte. Dabei haben die Forscher 4 mögliche Szenarien ausgemacht, die ich dir hier in Kürze vorstellen möchte: 

 

Szenario 1 - Die totale Isolation: Alle gegen alle

Hier ist das Motto "Safety first". Sicherheit lässt sich aber nur sicherstellen, wenn alles verkleinert wird, Grenzen wieder deutlich sind. Sowohl die Nationalen als auch die Persönlichen. "Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht" - wir gehen weg von der Globalisierung. Das heimische Wohnzimmer wird zum zentralen Lebensort, von dem aus dank Digitalisierung nun alles möglich ist: Sport, Kultur und soziales Miteinander.

 

Szenario 2 - System-Crash: Permanenter Krisenmodus

Die Gesellschaft schunkelt sich unsicher in die Zukunft. Die Menschen haben sich an regelmäßige regionale Lockdowns gewöhnt, sobald die Infektionszahlen in die Höhe gehen. Große Pläne schmiedet kaum noch jemand. Insgesamt ist die Gesellschaft in einer Daueranspannung. Das sorgt für Stress, der wiederum zu starken psychischen Belastungen führt. Gesundheitsdaten sind wie eine Art Währung geworden - ausgehend davon, dass man nie zu wenig wissen kann.  

 

Szenario 3 - Neo-Tribes: Der Rückzug ins Private

Es entsteht eine neue Wertekultur: Die Menschen schätzen kleine soziale Gemeinschaften, ziehen sich ins Private zurück. Nachhaltigkeit steht ganz oben auf der Agenda und so konzentriert sich der Handel vor allem auf lokale Anbieter. Fahrradfahren und Reisen im eigenen Land ist voll im Trend. Die Arbeitswelt flexibilisiert sich mehr und mehr, arbeiten ist von überall aus möglich.

 

Szenario 4 - Adaption: Die resiliente Gesellschaft 

Die Gesellschaft lernt aus der Krise: Der Konsum wird stark hinterfragt, die Schätze der Welt werden wieder kostbarer, Nachhaltigkeit steht im Fokus, ebenso wie Wir-Kultur und Solidarisierung. Die Menschen verstehen ihr Dasein als Chance, ihren Beitrag zu einer gesunden Welt zu liefern: Im Kleinen und im Großen. 

 

Und jetzt du: Was glaubst du, welches der Szenarien ist am wahrscheinlichsten? Und vor allem: Was bedeutet das für dich persönlich? Wie siehst du deine Zukunft? Wie stark könnten sich die verschiedenen Szenarien auf dein Leben auswirken? Welche Komponenten der Szenarien finden sich bei dir wieder? Wie wichtig ist dir zum Beispiel Sicherheit? Oder kannst du mit einem Restrisiko leben? Bereichern Risiken dein Leben sogar, weil du das Abenteuer liebst, flexibel bist und lieber dazulernst als den Spaß anderen zu überlassen? Bist du eher zuversichtlich und optimistisch oder eher zurückhaltend und vorsichtig? Welche Erfahrungen hast du gemacht, aus Krisen herauszufinden? Kannst du in Krisen Chancen erkennen oder machen dir Krisen Angst?

 

Szenarien öffnen den Raum für neue Möglichkeiten und Denkansätze. Vielleicht hast du Lust auf dieses Experiment und stellst dir dein nächstes Jahr schon mal vor. In knapp zwölf Wochen wird dieses nämlich beginnen und ich bin mir sicher, dass viele Menschen froh sind, wenn 2020 zu Ende ist. Neues Jahr, neues Glück?!

Fakt ist, du bist der einzige Mensch in deinem Leben, der deine Zukunft gestalten kann!

 

Stell dir nur mal vor, deine Zukunft wird wundervoll und du bist schuld! 

 

Herzlichst

Svenja Lotze 

 

Quelle: Zukunftsinstitut Frankfurt (externer Link)