Wie du wieder Ordnung in dein Chaos bringst

Vielleicht denkst du beim Wort Chaos an unaufgeräumte Wohnungen, Schubladen, in denen sich die Post stapelt oder der Kellerraum, der seit Jahren eine Eigendynamik entwickelt. Nicht schön, aber in den meisten Fällen nicht pathologisch und handelbar.

In meinem heutigen Artikel geht es eher um das innere Chaos. Es gibt Momente im Leben, da möchte man einfach mal kurz die Zeit anhalten und durchatmen, denn manchmal kommts einfach knüppeldick: Nichts läuft nach Plan, ein Problem jagt das nächste, wohin du auch schaust, du siehst nur angefangene Baustellen. Unzufriedenheit macht sich breit, du fühlst dich kraftlos und überfordert und weißt nicht, wie du das Chaos in deinem Leben bewältigen sollst. Kurzum: Du bist völlig aus deinem Gleichgewicht geraten. 

 

Umso länger du wartest, deine Baustellen anzugehen, umso mehr kommen in den meisten Fällen hinzu oder die vorhandenen werden größer und größer. Manchmal muss man gar nicht direkt mit dem großen Bagger kommen, sondern es reicht, sich das eigene Leben aus der Vogelperspektive anzuschauen, um wieder Struktur und Ordnung reinzubringen und die nächste Schritte überhaupt erstmal denken zu können, bevor du dann wieder in deine Handlungsfähigkeit zurückfindest. 

  1. Nimm dir einen Zettel und einen Stift und schreibe alle Lebensbereiche auf, die dir wichtig sind. Das können zum Familie, Arbeit, Gesundheit, Sport, Freunde, Hobby, Natur, Zeit allein, Reisen, Finanzen, Bildung sein. Vielleicht sehen sie bei dir aber auch anders aus. Schau, was für dich zutrifft!
  2. Zeichne nun einen Kreis auf dein Blatt und teile diesen in der entsprechenden Anzahl deiner Lebensbereiche ein, sodass du eine Art Kuchenschnittmuster erhältst.
  3. Trage dann die einzelnen Lebensbereiche in diese Kuchenstücke ein.
  4. Vergib jetzt auf einer Skala von eins bis zehn für jedes Kuchenstück, also für jeden Lebensbereich, so viel Punkte, wie sie gerade Raum in deinem Leben einnehmen. Null ist in der Mitte und zehn am äußeren Rand des jeweiligen Lebensbereichs. So hast du erstmal einen Überblick, was viel und was weniger Zeit in Anspruch nimmt, was dich gedanklich beschäftigt oder wo du gerade viel Energie reinsteckst. Du siehst aber auch, was vielleicht zu kurz kommt. 
  5. Um das mögliche Ungleichgewicht zu verdeutlichen, kannst du die einzelnen Punkte noch miteinander verbinden, sodass eine Art Spinnennetz entsteht. So werden vor allem die hohen und niedrigen Ausschläge nochmal deutlich. Für einen ersten Schritt kann es sehr hilfreich sein, sich überhaupt erstmal bewusst zu machen, wie groß manche Bereiche sind und wie wenig Raum andere Themen einnehmen. Frag dich, ob sich die Verteilung richtig anfühlt oder was du gerne ändern würdest. Was fällt dir sonst noch auf?
  6. Du kannst nun in einem weiteren Schritt in die Grafik eintragen, welche Punktzahl du dir für jeden einzelnen Lebensbereich wünschen würdest. So kannst du dir die Differenz vom Ist-Stand zum Wunsch/Ideal verdeutlichen. Möglicherweise wird dir jetzt auch deutlich, welcher Bereich die höchste Priorität für Veränderung hat. 

Oft liegen Lösungsideen zu diesen notwendigen Veränderungen bereits in uns. Leider sind das manchmal auch unangenehme Schritte, die wir aus gutem Grund in der Vergangenheit verdrängt haben. Mit dieser Übung holst du dir ins Bewusstsein, was notwendig ist, um deine Lebensqualität zu verbessern, dich selbst aus dem Chaos zu befreien und wieder in dein Gleichgewicht zu bringen. Du übernimmst Verantwortung für dich und dein Leben! 

Nimm dir nicht zu viel vor, sondern setze dir für ein oder zwei Lebensbereiche kleine Ziele, finde erste kleine Schritte für deinen Weg zum Ideal, die du sicher umsetzen wirst.

 

Du wirst sehen, es muss nicht immer der ganze große Umbruch im Leben sein. Oft reicht Bewusstmachung, um einen besseren Umgang mit belastenden Situationen zu finden, statt diese weiter unter hohem Kraftaufwand zu verdrängen und das Gefühl zu haben, daran zu scheitern. 

Und es hilft ungemein wieder ins Handeln zu kommen. Und das wirst auch an kleinen Schritten spüren. Es geht dabei nämlich gar nicht so sehr darum, dass man sofort eine äußere Veränderung wahrnimmt, sondern vielmehr um das Gefühl, selbst wieder handlungsfähig zu sein und selbst zu bestimmen, wofür du deine Energie verwendest. 

 

Das Leben ist ein Prozess. Du kannst diese Übung zu jeder Zeit wiederholen und es kann sein, dass deine Prioritäten sich verändern und Ziele neu definiert werden, weil Lebensbereiche für dich an Bedeutung verlieren oder an Bedeutung zunehmen. 

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

 

Balance your Life!

Herzlichst, 

 

Svenja Lotze